Umweltmedizin

Folgende Belastungen können Krankheiten verursachen:

  • Holzschutzfarben:
    zum Beispiel PCR (= pentachlorphenol) und PCB (= Polychloride Biphenyle) wie Dioxin in Wohnräumen
  • Insektizide = Pyrethroide:
    zum Beispiel Teppiche, Polster, Teppichboden, Lindan
  • Ozon:
    wird durch FCKW-haltige (= Fluorkohlenwasserstoff) Treibgase geschädigt
  • Elektrosmog:
    zum Beispiel Stromüberlandleitungen, Elektrogeräte im Schlafraum, Handy
  • Amalgam:
    in Zahnfüllungen
  • Pilze:
    in Feuchträumen können Pilze auch Krankheitsbilder hervorrufen

Verschiedene Syndrome wurden definiert:

  • Sickbuilding-Syndrom:
    Syndrom einer Krankheit von Klimaanlagen ausgestatteten Räumen
  • Chron-Fatigue-Syndrom:
    Müdigkeitssyndrom
  • Multiple chemical sensitivity:
    empfindlich gegen bestimmte chemische Stoffe der Umwelt
  • Neuropathie: Nervenentzündungen
  • Genfood, Novelfood:
    Erkrankungen durch gentechnologisch veränderte Nahrungsmittel

Möglichkeiten der Umweltmedizin

  • Biomontoring:
    zur Untersuchung von Blut auf entsprechende Schadstoffe bei hochgradigem Verdacht
  • Wohnungsbegehung:
    zur Analyse der Raumluft und des Hausstaubs
  • Messung von Materialproben:
    aus vermuteten Belastungsstoffen der Wohnung

Stäube, Feinstäube

Was ist umweltmedizinisch relevant?
Klassische Umweltmedizin beschäftigt sich mit potentiellen schädigenden Umwelteinflüssen auf den Menschen durch Innenraumschadstoffe, wie Holzschutzfarben und Elektrosmog und Außenschadstoffe wie Ozon und Verbrennungsprodukte fossiler Brennstoffe (Benzin, Diesel, Gas und Öl).

Dabei treten in den letzten Jahren immer mehr Feinststaubpartikel in den Vordergrund der Betrachtungen, die einen Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer (=PMIO, Particular matter) haben. Diese sind nämlich lungengängig und können entsprechende krank machende Wirkungen hervorrufen, wie chronische Bronchitis und allergisches Asthma bronchiale.

Nach dem Rückgang der typischen Luftverschmutzungsindikatoren der letzten Jahrzehnte wie Grobstaub und SO2 Emission durch Einbau entsprechender Filteranlagen und Optimierung des Verbrennungsprozesses werden heute die eher als angesehene Feinstäube in die Betrachtungsweisen aufgenommen, wie Feinstaub, Dieselabgase und Aerosole. Insbesondere die Zunahme von Diesel PKW führen zu einer Zunahme von Dieselruß, ebenso der Abrieb von Bremsen und Reifen.

Beispiele eines Bioaerosols allergiesierender Wirkung ist der Pollenflug. Neue Erkenntnisse führen dazu, dass das örtliche Zusammentreffen von Dieselrußpartikeln und Allergenen wie Pollen zu einer vermehrten Häufigkeit von allergischen Erkrankungen führen.

In die umweltmedizinische Betrachtungsweisen der Feinstäube gehören genauso Innenraumplatten, Belastungssituationen wie das Rauchen. Dabei trat in den letzten Jahren zunehmend die schädigende Wirkung des Passivrauchens in den Vordergrund.

Dies erklärt sich durch die häufigere Giftkonzentration von Schadstoffen in Nebenstromrauch als Hauptstromrauch. Weiteres Themengebiet sind die Hausstaubmilbenallergie sowie die Latexallergie. Derzeit steht deshalb im Interesse der Forschung die Interaktion Feinstaub / Schadstoffe und Allergenträger. Mit diesem Forschungsgebiet beschäftigt sich vor allem das neu kreierte Fachgebiet in Immuntoxikologie.